Jean-Luc Thellin

wurde 1979 in Li√®ge (L√ľttich) geboren. Zu seinen Lehrern z√§hlt er unter anderen Louis Robillard in Lyon.  Preistr√§ger zahlreicher Wettbewerbe, interessiert er sich f√ľr eine ganze Bandbreite Orgelmusik; seit 2018 besch√§ftigt er sich mit einer Gesamtaufnahme der Werke J.S. Bachs, spurt aber auch eine gro√üe Affinit√§t zum Schaffen von C√©sar Franck  und Maurice Durufl√©. Er unterrichtet an den Konservatorien von Rayonnement, Melun und Sens, wo er Professor f√ľr Cembalo ist.             

Johann Sebastian BACH  
1685 - 1750                         

“WIR DANKEN DIR GOTT”
Sinfonia aus der Kantate BWV 29

 

SONATE in c-moll BWV 526
        - Vivace
        - Largo
        -Allegro

Felix MENDELSSOHN BARTHOLDY 
1809 - 1847     

SONATE in d-Moll Op 65 Nr. 6
√ľber “Vater unser im Himmelreich”      - Choral und Variationen       
- Fuga 
- Finale: Andante

Franz LISZT    
1811 - 1886

SONATE h-Moll
bearb. f√ľr Orgel von J√∂rg Abbing

11057

Franz Liszts Klaviersonate in h-Moll gilt als eines der bedeutendsten, technisch anspruchsvollsten Klavierwerke der Geschichte und als ein H√∂hepunkt im Ňíuvre des Komponisten. Sie ist Schumann gewidmet und wurde zwischen 1849 und 1853 komponiert. Die.Urauff√ľhrung durch Hans von B√ľlow erfolgte am  22. Januar 1857 in Berlin.

Bemerkenswert ist die formale Anlage als eins√§tziges Werk, in dem die typische Aufteilung der klassischen Sonate in schnellen und langsamen S√§tzen komprimiert wird; ein zyklisches Prinzip dominiert, √úberg√§nge werden flie√üend, Satzenden sind nicht mehr auszumachen. Diese neue Form hat rasche Verbreitung gefunden, so dass man schnell √ľbersieht, wie bahnbrechend sie 1857 war; dabei stellt sie gewisserma√üen eine √úbertragung der Idee der ‚Äěsinfonischen Dichtung“ auf nicht-programmatische Musik dar.  In der Orgelliteratur kann Liszts eigene Komposition ‚ÄěFantasia und Fuge √ľber Ad nos, ad salutarem undam“ (1850) als Vorreiter gelten; trotz des Titels handelt es sich auch dort um einen gigantischen Sonatenhauptsatz in dem Spuren von anderen Formen (Variation, Fuge) enthalten sind. In der Nachfolge entstanden zahlreiche Werke andere Komponisten, einschlie√ülich Julius Reubkes Sonate √ľber den 94. Psalm und der Sonaten vom Magdeburger Domorganisten August Gottfried Ritter, insbesondere die Zweite und die Dritte.

Mendelssohns Orgelsonaten sind auch keine Sonaten im strengen Sinne; selten sind S√§tze im Hauptsatzform zu finden. Sie entstanden im Auftrag des Englischen Verlags Coventry and Hollier1844 und erschienen im darauffolgenden Jahr; zum Teil wurden √§ltere St√ľcke wiederverwendet. Da sie gleichzeitig in Paris, London, Mailand und Leipzig erschienen, fanden sie schnell gro√üe Verbreitung und der Komponist verdiente gut daran. Die 6. Sonate  ist recht lose organisiert; nach der dichten und zwingenden Variationsfolge wirken Fuge und pastoraler Schlusssatz etwas verloren und erinnern daran, dass diese ‚ÄěSonaten“ eher als Sammlungen einzelner St√ľcke, nach Tonart organisiert, konzipiert sind, als als mehrs√§tzige Werke im Sinne der Klassik.

Jean-Luc Thellin